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>>Kölner Stadt-Anzeiger 12.08.1998<<
Ein-Mann-Computer-Firma wandelte sich zur Unternehmensgruppe – Auf Dienstleistungen gesetzt
Lohmar – Ganz so rasant wie der vielbeschworene Aufstieg „vom Tellerwäscher zum Millionär“ ist die Karriere von Dietmar Konopka zwar bislang nicht verlaufen, doch aus einer Ein-Mann-Firma eine Unternehmensgruppe mit fast 30 Mitarbeitern zu machen, ist für den 27jährigen schon Grund genug, sich zu freuen. Und es deutet alles darauf hin, als wäre das Wachstum der drei Firmen, die unter dem Namen „System GmbH“ zusammengefasst sind, noch längst nicht beendet.
Erst 16 Jahre alt war Konopka, als er – auf Anregung seines Schwagers Roger Schmitz – ein Gewerbe anmeldete und zunächst nur Computer-Programme schrieb, um sein Taschengeld aufzubessern. Das Abitur in der Tasche, begann Konopka mit Computer-Hardware zu handeln. Sehr bald stellte er fest, dass es besonders mittelständischen Unternehmen wenig nutzte, nur die Geräte und entsprechende Software geliefert zu bekommen, sie brauchten intensive Beratung und einen Partner, der bei Problemen schnell Hilfestellung leisten konnte. Konopka spezialisierte sich zudem auf KHK-Software, die verbreitetste kaufmännische Software im Mittelstand.
Peter Wisser, ursprünglich KHK-Handelsvertreter, entschloss sich, in das Lohmarer Unternehmen zu wechseln und wurde dritter Geschäftsführer der System GmbH. Seit der Gründung der zweiten „System“ - Firma 1996, die sich mit EDV und Wirtschaftsberatung befasst, geht es steil bergauf für das kleine Lohmarer Unternehmen. Ein Spezialist nach dem anderen wurde – ungefähr im Monatsrhythmus – eingestellt, und die Kundenkartei wuchs ebenso stetig. Konopka: „Unser größtes Plus ist wahrscheinlich die Entscheidung, 50 Prozent unserer Tätigkeit im Dienstleistungsbereich zu machen. Der Computer-Markt ist so schnelllebig, da hat mancher Händler schon wieder zugemacht, bevor die Garantie der Geräte noch abgelaufen ist, die er verkauft hat.“
Inzwischen ist ein Unternehmensschwerpunkt der „System GmbH“ der Bau eigener Computer, rund 600 Geräte werden jährlich aus Bauteilen zusammengesetzt. Vorteil: Diese Geräte können schnell und unkompliziert von „System“ selbst gewartet und repariert werden, müssen nicht versiegelt an den Hersteller zurückgesandt werden. Ein wichtiges Standbein ist auch die Weiterentwicklung von Standard-Computerprogrammen für die spezifischen Bedürfnisse der Kunden, das übernimmt inzwischen eine dritte Firma unter dem „System“ -Dach. Vor einigen Wochen ist die EDV- und Wirtschaftsberatungs-Firma umgezogen, hat am Auelsweg Räume gefunden, in denen sich die zuvor an der Hauptstraße eingezwängten Mitarbeiter unterbringen ließen. Wisser: „Jetzt sind wir schon wieder soweit, dass wir uns Sorgen machen, wie lange der Platz hier noch reicht.“
Denn für die „System GmbH“ bieten die kommenden Jahre noch mehr Expansions-Möglichkeiten: Einerseits die Einführung des Euro, andererseits die Datumsumstellung auf das Jahr 2000 sind ein gewaltiges Wachstums-Potential für die Computer-Branche. Und im Bereich der Schulungen und der Erneuerung von Software bleibt der Bedarf ungebrochen, im schnelllebigen Computer-Markt ist Software meist schon nach zwei Jahren überholt und damit meist auch der Kenntnisstand der Mitarbeiter.