Sage 100 Tipp: Kundenrabatt und Artikelrabatt miteinander verketten
Ein Kunde hat 12 % Rabatt hinterlegt. Ein bestimmter Artikel soll grundsätzlich 5 % günstiger angeboten werden, weil er aus einem Sonderposten stammt, weil der Hersteller einen Bonus gewährt oder weil er einfach bessere Margen erlaubt. Die Frage: Wie bringt man beide Rabatte automatisch und korrekt zusammen, ohne jeden Beleg manuell anzufassen?
In Sage 100 ist das mit Bordmitteln nicht so einfach gelöst, wie man es erwarten würde. Dieser Artikel erklärt warum und zeigt, wie es dennoch geht.
Die zwei Rabattebenen im Alltag
In der Praxis begegnen uns beim Thema Rabattierung in Sage 100 typischerweise zwei verschiedene Ebenen:
Ebene 1: Der Kundenrabatt
Dieser ist im Kundenstamm oder in Rabattlisten hinterlegt und gilt für diesen Kunden generell – unabhängig vom Artikel. Er wird bei der Sage-Standard-Preisfindung automatisch gezogen.
Ebene 2: Der Artikelrabatt
Dieser ist artikelspezifisch – er soll für diesen einen Artikel gelten, unabhängig davon, welcher Kunde bestellt.
Typische Anwendungsfälle:
- Aktionsartikel mit temporärem Sonderrabatt
- Artikel mit herstellerseitigem Bonus
- Artikel mit Mehrkosten (Aufschlag statt Rabatt), z. B. Sperrgut, Gefahrgut
- Artikel aus Sonderposten oder Restmengen
Das Problem: Sage 100 kennt im Standard keinen eigenen Platz im Artikelstamm für einen solchen automatischen Rabatt, der dann zusätzlich zur Kundenpreisfindung greift und dabei korrekt verkettet wird.
Was passiert, wenn man es trotzdem versucht?
Viele Anwender behelfen sich mit Workarounds und stoßen dabei auf bekannte Probleme:
Workaround 1: Den Artikelpreis direkt anpassen
Wer den Listenpreis im Artikelstamm reduziert, verliert die Transparenz. Kundenkonditionen, die prozentual auf den Listenpreis aufbauen, werden verfälscht. Und beim nächsten Einkauf stimmt der Preis nicht mehr.
Workaround 2: Für jede Kundenkombination eine eigene Kondition anlegen
Das funktioniert – wird aber bei vielen Kunden und vielen Aktionsartikeln schnell zur Pflege-Hölle. Bei 50 Kunden und 10 Aktionsartikeln sind das 500 einzelne Konditionseinträge, die gepflegt, überwacht und wieder gelöscht werden müssen.
Workaround 3: Manuell im Beleg eingreifen
Der Mitarbeiter trägt den angepassten Rabatt manuell ein. Fehleranfällig, zeitaufwändig, nicht skalierbar – und spätestens wenn der Artikel für sechs Wochen auf Aktion ist und täglich Belege erfasst werden, nicht mehr praktikabel.
Das eigentliche Problem bei all diesen Workarounds: Selbst wer zwei Rabatte irgendwie zusammenbringt, rechnet sie oft falsch zusammen. 12 % + 5 % sind additiv 17 %, korrekt als Kette aber nur 16,4 %. Bei höheren Rabatten oder mehreren Stufen wächst diese Abweichung schnell.
Der Unterschied zwischen additiver Addition und Kettenrechnung klingt theoretisch. In der kaufmännischen Praxis ist er aber relevant:
Ein Beispiel aus dem Großhandel: Ein Artikel hat einen Listenpreis von 480 €. Der Kunde hat 25 % Rabatt, der Artikel liegt zusätzlich 10 % unter dem normalen Preis.
Additiv: 35 % Rabatt → 312,00 €
Kette (korrekt): erst 25 % → 360,00 €, dann 10 % → 324,00 €
Der Unterschied beträgt hier 12 € pro Position. Bei einem Auftrag mit 20 solcher Positionen sind das 240 €, die entweder zu Unrecht beim Kunden landen oder fälschlicherweise von der eigenen Marge abgehen, je nachdem in welche Richtung der Fehler wirkt.
Die saubere Lösung: Artikelindividuelle Rabattfelder mit automatischer Kettenberechnung
Das Zusatzmodul Ketten-Rabatte und -Zuschläge für Sage 100 schafft genau das, was im Standard fehlt: zwei zusätzliche Rabatt- bzw. Zuschlagsfelder direkt im Artikelstamm, die bei der Belegerfassung automatisch und mathematisch korrekt mit dem Kundenrabatt aus der Sage-Preisfindung verkettet werden.
So funktioniert das Zusatzmodul Ketten-Rabatte und Zuschläge in der Praxis:
- Im Artikelstamm tragen Sie einmalig den artikelspezifischen Rabatt oder Zuschlag ein, z. B. –5 % für einen Aktionsartikel oder +3 % für einen Artikel mit Mehrkosten.
- Bei der Belegerfassung zieht Sage zunächst wie gewohnt den Kundenrabatt aus der Preisfindung.
- Das Modul verkettet anschließend automatisch alle Rabattebenen zur korrekten Gesamtrabattkette.
- Das Ergebnis erscheint als korrekter Gesamtrabatt in der Position – transparent, nachvollziehbar, ohne manuellen Eingriff.

Ändert sich der Aktionsrabatt, genügt eine einzige Änderung im Artikelstamm und alle künftigen Belege rechnen automatisch korrekt.
Manuelle Kontrolle bleibt: Wer den Rabatt in einem Beleg direkt überschreibt, deaktiviert die automatische Berechnung für genau diese Position. Die volle Kontrolle bleibt beim Anwender.
Für wen lohnt sich das Zusatzmodul Ketten-Rabatte und Zuschläge?
Das Modul ist besonders sinnvoll für Unternehmen, die:
- regelmäßig Aktionsartikel mit zeitlich begrenzten Sonderkonditionen haben
- Artikel mit artikelspezifischen Auf- oder Abschlägen (Mehrkosten, Boni, Sonderposten) führen
- komplexe Konditionsstrukturen mit mehreren Rabattebenen haben
- sicherstellen wollen, dass Rabattberechnungen in jedem Beleg mathematisch korrekt sind
- den manuellen Aufwand bei der Belegerfassung reduzieren möchten
Fazit
Kundenrabatt und Artikelrabatt gleichzeitig und korrekt in Sage 100 zu nutzen, ist mit Standard-Bordmitteln nicht ohne Weiteres möglich. Die üblichen Workarounds sind entweder fehleranfällig, pflegeintensiv oder rechnen schlicht falsch.
Das Zusatzmodul Ketten-Rabatte und Zuschläge schließt diese Lücke mit zwei zusätzlichen Rabattfeldern im Artikelstamm und automatischer Kettenberechnung. Es ist einfach einzurichten, weitgehend updatesicher und sofort wirksam in jedem Beleg.
Neugierig geworden? Wir zeigen Ihnen das Zusatzmodul gerne in einer Online-Präsentation | Terminvereinbarung unter 02246 92 02-50 oder E-Mail